EU Sozialpartnerprojekt „Promoting employment and quality of work in the European rail sector” – Workshop in Warschau (30.09.-01.10.2015)

Ende September fand der zweite themenspezifische Workshop im Rahmen des EU Sozialpartnerprojekts zur Steigerung der Attraktivität des europäischen Bahnsektors in Warschau statt. Rund 40 Vertreter der europäischen Eisenbahnen sowie der europäischen Eisenbahngewerkschaften diskutierten hier gemeinsam. Im Zentrum des Interesses standen dieses Mal die Fragen, wie es gelingen kann, Nachwuchskräfte und weibliche Arbeitnehmer für den Bahnsektor zu gewinnen.

„What do young workers and women expect from a job in the railway sector?” (“Was erwarten Nachwuchskräfte und Arbeitnehmerinnen von einem Job im Eisenbahnsektor?”) – unter dieser Fragestellung hatte die EVA Akademie (Europäische Akademie für umweltorientierten Verkehr) im Auftrag der europäischen Dachorganisationen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern CER (Community of European Railway and Infrastructure Companies) und ETF (European Transport Workers‘ Federation) zur Diskussion eingeladen. Der Einladung folgten Eisenbahnen und Gewerkschaften aus verschiedenen Ländern in Nord-, Ost-, Süd- und Westeuropa.

Ein gemeinsames Abendessen am Vorabend diente dem gegenseitigen Kennenlernen. Zu Beginn des Workshops am 30. September wurden dann zunächst die Ergebnisse der Befragung von Branchenvertretern, Gewerkschafts- und Unternehmensvertretern, aber auch von Schülern, Studenten, Azubis und Arbeitnehmern behandelt. Die Befragungen hatte das unabhängige Forschungsinstitut ICF in 14 Ländern durchgeführt. Erste Ergebnisse dieser Untersuchung wurden nun von den Forschern vor- und zur Diskussion gestellt. Am Nachmittag des ersten Workshop-Tages standen Nachwuchskräfte, ihre Wünsche und Erwartungen an einen Arbeitgeber im Fokus. So stellten etwa die schwedischen Eisenbahnunternehmen ihre Aktivitäten zur Gewinnung junger Arbeitnehmer vor, während Auszubildendenvertreter aus mehreren europäischen Bahngewerkschaften ihre Anliegen an die Unternehmen vortrugen.

Workshop

Am zweiten Tag des Workshops wurde der Austausch zu Best Practices der Nachwuchskräftegewinnung, den die schwedischen Unternehmen am Vortag begonnen hatten, fortgesetzt. Die Deutsche Bahn stellte die verschiedenen Elemente ihrer Kampagne zu Rekrutierung von Nachwuchskräften vor. Der Referent erläuterte, dass der Erfolg der Kampagne wesentlich darauf basiere, die Jugendlichen über die Kommunikationskanäle, die von Schülern vorranging genutzt würden (z.B. Facebook, YouTube), anzusprechen. Im Folgenden präsentierte das italienische Bahnunternehmen FS (Ferrovie dello Stato Italiane) ihre Kooperationen zur Nachwuchskräftegewinnung mit Schulen und Universitäten. Der Nachmittag des zweiten Tages konzentrierte sich auf Fragen der Gewinnung von Frauen für einen Beruf im Eisenbahnwesen. Hier erinnerte die Referentin der französischen SNCF (Société nationale des Chemins de fer Français) zunächst an das abgeschlossene EU Sozialpartnerprojekt “Women In Rail” (WIR) und an das seither vorgenommene jährliche Reporting der Eisenbahnunternehmen zu Fragen von Frauenanteil und – zielen. Im Anschluss erläuterte sie, was die SNCF tut,  Arbeitnehmerinnen für den Eisenbahnbereich zu begeistern..
Der Workshop ist Teil des Projekts “Promoting employment and quality of work in the European rail sector“ (kurz: „Employment In Rail“), das im Frühjahr 2015 als gemeinsame Initiative der EU Sozialpartner CER und ETF gestartet war. Mit dem Projekt wollen die europäischen Dachorganisationen CER und ETF den Bahnsektor als attraktiven Wirtschaftsbereich für Arbeitnehmer vorstellen und so vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung einen aktiven Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Eisenbahnbereichs in Europa leisten.
Der nächste Workshop findet am 03. und 04. November 2015 in London statt und widmet sich den Fragen nach Beschäftigungsperspektiven und Karrieremöglichkeiten im europäischen Eisenbahnsektor.

 

 

 

 

 

 

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